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aus: Antifaschistische Nachrichten 14/Juli 2005

Umbenennung gefordert

Remscheid. Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Remscheid hat beim Rat der Stadt seine Umbenennung beantragt. Die Schule argumentiert, sie sei es leid, sich immer wieder für einen Namenspatron rechtfertigen zu müssen, der von den Nazis als Vorkämpfer für ihr Regime betrachtet wurde. Einige ehemalige Schüler des Gymnasiums und Mitglieder des Schulfördervereins möchten jedoch, das die Schule auch weiterhin nach Arndt benannt bleibt. Da scheinen sich die Kritiker der Umbenennung nie ernsthaft mit der völkischen Gesinnung Ernst-Moritz Arndts (1769-1860) auseinandergesetzt zu haben. Immer wieder bezog sich Arndt in seinen Schriften auf das Germanentum, wenn er vom „teutschen“ Geist und "teutscher" Einheit sprach. Jesuiten und Freimaurer ("Abgötterei mit dem Ausländischen"), denen eine Verschwörung unterstellt wurde, und Juden („Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein“) hatte in Arndts Deutschland keinen Platz. Damit war er durchaus kompatibel mit den späteren Nazis, die seine nationalistischen Schriften nach 1933 wieder neu auflegten (hma).

 

SDV-Schiffahrt

Bodenseekreis. Der 1981 im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des rassistischen „Heidelberger Manifest“ gegründete „Schutzbund für das deutsche Volk“ (SDV) lädt für den 13.August "Gleichgesinnte" zu einer Schiffahrt auf dem Bodensee ein. Mit dem Schiff soll es von Überlingen ins österreichische Bregenz gehen und dort mit dem Lift auf den Pfänder. Geworben wird für den SDV in einschlägig rechten Publikationen wie „Nation und Europa“, der „Deutsche Stimme“ der NPD, „Junge Freiheit“, „Recht und Wahrheit“ und „Der Schlesier“ (hma).

 

Demokratiegegner auf Rundreise

Grevenbroich/Berlin. Als „liberaler Geschichtsrevisionismus“ wird die in Grevenbroich verlegte Zeitschrift „eigentümlich frei“ (ef) in der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ gefeiert. Auch die Äußerung des "ef"-Herausgebers Andre Lichtschlag über die "oft groteske Verteufelung" der NPD wird dort mit Sympathie aufgenommen. Lichtschlag war - neben Dietmar Dominik Hennig, dem Pressesprecher der FDP Würzburg-Land - unlängst Teilnehmer eines Seminares an der Gummersbacher "Theodor-Heuss-Akademie", das die FDP-nahe "Friedrich-Naumann-Stiftung" ausgerichtet hatte. Außer dem FAZ- Feuilletonisten Lorenz Jäger ("Nach 1968: Ist Deutschland unwiderruflich links?") referierte dort auch Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe. Der 1949 in Peine geborene Hoppe wanderte 1986 in die USA aus, wo er heute an einer Universität in Las Vegas unterrichtet. Der Autor des Buches „Demokratie – Der Gott, der keiner ist“ wird als "Vordenker" der "konservativ-libertären Szene" gehandelt. Auf seiner jüngsten Rundreise durch Europa sprach Hoppe nicht nur in Gummersbach, sondern auch in Brüssel, Graz, Berlin, Hannover, Grevenbroich und Greifswald. Dort war er Teilnehmer einer Diskussion im Haus der „Burschenschaft Markomannia“, nachdem die Hochschule den Veranstaltern die Räume entzogen hatte. Hoppes Diskussionspartner dort war Götz Kubitschek vom dem um die „Junge Freiheit“ angesiedelten „Institut für Staatspolitik“.
Auch der „Jungen Freiheit“ (JF) gab der bekennende „Feind des demokratischen Staates“ ein Interview. „Gute Demokraten“ seien für ihn nur „moderate“ Kommunisten“, so Hoppe gegenüber der „JF“ und von denen nicht eingeladen zu werden, betrachte er als „eine Ehre“. Demokratie habe für ihn nichts mit Freiheit zu tun, so Hoppe. „Demokratie“ sei „eine von Demagogen angereizte und unsicher gesteuerte Herrschaft des Mobs“. Dass dieser "Mob" selbst ihm Schwierigkeiten bereiten kann, hatte Hoppe in den USA bereits schon erlebt. Weil er "in seinem "Demokratie"-Buch die Diskriminierung von Kommunisten, Demokraten und bestimmten Lebensformen voraussagt" ("JF" 25-05) und ein homosexueller Student sich diskriminiert fühlte, hatte es dort schon erste Auseinandersetzungen gegeben. In den USA werde man jedoch als „Sünder“ gegen die „Political Correctness“ zumindest nicht „mit strafrechtlichen Sanktionen bedroht“, wenn man sich „über besonders heikle Themen“ äußert, freut sich Hoppe. Umso mehr ist ihm der deutsche „Volksverhetzungsparagraph“ ein Dorn im Auge: „Wenn bestimmte Äußerungen verboten sind, stellt sich beinah automatisch der Verdacht ein, daß an ihnen möglicherweise doch etwas dran ist", äußert Hoppe gegenüber der "JF". „Warum sollte man sonst zu so einer drastischen Maßnahme wie einem Sprachverbot greifen?“. Natürlich lehnt Hoppe auch die Errungenschaften der Französischen Revolution ab. Ihr Bild müsse „noch grundlegend berichtigt werden“, denn sie gehöre „in die dieselbe Kategorie von üblen Revolutionen wie die bolschewistische Revolution und die nationalsozialistische Revolution“.
Während der Sozialismus eine „kurzfristige Fehlentwicklung“ darstellte, sei der Staat - so Hoppe - eine „andere, langfristigere“ Fehlentwicklung. Auch bei der bevorstehenden Bundestagswahl erwartet Hoppe keine „Wende“ in Politik. Die „konservativen Parteien der Gegenwart hätten einen Großteil der sozialistischen Ideologie geschluckt“. Den „Sozialstaat“ sieht er „ebenso sicher zusammenbrechen, wie der Kommunismus zusammengebrochen ist“.
In Deutschland kam der demokratiefeindliche Nationalökonom, der noch Ende der 90er Jahre dem wissenschaftlichen Beirat der „Liberalen Akademie“ angehört hatte, bislang u.a. in den Zeitschriften "eigentümlich frei", „Criticon“ und „Sezession“ zu Wort (hma)